Über Uns

Über Uns

Die kleine Brauerei mit der großen Tradition. 

Das ist der Slogan, der uns unserer Meinung nach am besten beschreibt.
Doch wer jetzt denkt, Tradition heißt für uns nur, die Dinge so zu machen wie sie immer gemacht wurden, irrt: für uns heißt Tradition, wertzuschätzen was Generationen vor uns geleistet haben und trotzdem immer mit einem kritischen Blick und frischen Ideen voranzugehen. 
Bisher hat jede Vormann-Generation sich selbst verwirklicht und doch ist immer der Kern der Sache geblieben: Die Liebe zu handwerklich gebrautem, qualitativ hochwertigem Bier.

Die Geburt des 1. Vormann-Brauers
Am 12. Juli 1850 kam Eduard Vormann auf die Welt. Bisher waren…

… die Vormänner Lehrer geworden, doch als Vater Gottlieb 1856 verstarb, fehlte seiner Ehefrau Louise das Geld um ihren jüngsten Sohn ebenfalls auf diesen Karriereweg zu schicken. In einer astrologischen Abhandlung aus dieser Zeit soll gestanden haben: „Wer im letzten Drittel des Krebses geboren sei, der könne beruflichen Erfolg haben als Seemann oder in Berufen, die mit Wasser zu tun hätte.“
Da Schiffe auf der Volme eher selten segeln, musste Eduard also umdisponieren und ging bei der Schwerter Brauerei Ostermann in die Lehre um Brauer zu werden- bekanntermaßen ebenfalls ein sehr wasserintensiver Beruf.

Edi der I. pachtet seine erste Brauerei
Nachdem Eduard einige Jahre in der Löwen-Brauerei Dortmund …

… verbracht hatte und Brauer zu sein für ihn eher Berufung als Beruf war, wollte er etwas Eigenes aufbauen: Am 01.10.1877 pachtete er die Friedrich Funkesche Brauerei mit Gaststätte in Dahl.
Bis Eduard das Ruder übernahm, hatte die Funkesche Brauerei keinen gekühlten und ebenerdigen Bierkeller und konnte daher nur obergärige Biere herstellen. Da Eduard aber an untergärige Biere wie das Dortmunder Export gewöhnt war, beschloss er, die Brauerei um einen Lagerkeller mit Natureiskühlung ein paar Straßen weiter zu erweitern. Die ehemalige Nutzung kann man dem Keller des Wohnhauses auch heute noch ansehen.
1878 heiratete Eduard Anna Millhoff, die Tochter des Erbauers unseres Brauerei-Ausschanks P.C. Millhoff. Der hatte übrigens um 1848 auch die steinerne Volme-Brücke gebaut, die heute das Etikett unseres Dahler Rotgold ziert.

Umzug auf das heutige Brauerei-Gelände
1888 hatte Eduard genug Geld beisammen, um zu expandieren. Er kaufte …

… das heutige Brauereigelände und baute nach und nach die einzelnen Gebäudeteile: zuerst den Gär- und Lagerkeller mit darüberliegendem Eiskeller, ab 1896 dann das Sudhaus, Maschinenhaus, Kühlschiff und Fassfüllung. Um 1900 entstanden drei weitere Gärkeller, Remise und Pferdestall.

Der Malzboden, der auch heute noch höchste Teil der Brauerei, der ihr ihre charakteristische Silhouette gibt, wurde in seiner heutigen Form erst 1952 errichtet.

Eduard & seine Frau Anna hatten sieben Kinder: Adolf, Paula, Adele, Alma, Emmy, Eduard II. und Ernst. Sie alle arbeiteten bereits als Kinder mit ihrem Vater in der Brauerei und 5 von ihnen stiegen als Erwachsene ins Geschäft mit ein. Als 1914 der 1. Weltkrieg begann und die drei Brüder eingezogen wurden, der Bierabsatz zusammenbrach und 1916 auch noch Mutter Anna verstarb, musste der Vater die Brauerei mit seinen Töchtern alleine durch diese schwierigen Zeiten führen.

Historische Aufname des Wohnhauses an der Vormann Brauerei mit großen Lagerfässern an der Seite
Zwischen zwei Kriegen
1918 kehrten die drei Vormann-Söhne zurück nach Dahl. Während …

… es für Adolf nur ein Zwischenstopp auf seinem weiteren Weg wurde, blieben Edi II. und Ernst, um ihren Vater wieder im Geschäft zu unterstützen.

Gemeinsam mit Adele und Emmy wollten sie sich künftig aber voll auf die Bierherstellung konzentrieren. Den Brauerei-Ausschank, den Adele und Emmy seit dem Tod von Mutter Anna geführt hatten, übernahm die älteste Tochter Paula mit ihrer Familie.

In den 20er und 30er Jahren, trotz den Widrigkeiten des zweiten Weltkriegs und dem Ableben von Eduard I. wurde die Brauerei weiter ausgebaut und modernisiert.
Ein neues Sudhaus wurde gebaut, Maschinen und Brauvorgänge auf damals neue Technologien umgestellt. Erst 1946 kam es zu einem weiteren zweijährigen Brau-Stopp: Aufgrund der Nahrungsmittelknappheit wurde ein Brauverbot verhängt, damit sämtliches Getreide zum Verzehr zur Verfügung stand.
In diesen Nachkriegsjahren stieg auch die 3. Generation Brauer in den Betrieb ein: Eduard Vormann III., Sohn von Ernst, begann 1948 unter seinem Onkel Edi II. die Lehre in der Brauerei.

Aufbruch in die 3. Generation
Da Eduard III. im näheren Umkreis keinen fachbezogenen Unterricht erhalten konnte, …

… verließ er Dahl von 1949 bis 1950 um in Ulm eine Berufsschule für Brauer zu besuchen. Nach einem weiteren Jahr Ausbildung in München, erhielt Eduard 1955 seinen Meisterbrief. Während seiner Abwesenheit war Onkel Edi nicht untätig gewesen und überraschte den frischgebackenen Braumeister mit einer erweiterten Flaschen- und Fassfüllung. 1956 starb Onkel Edi und Eduard der III. übernahm, ab 1959 mit seiner Frau Zita, die Brauerei-Anteile seines Onkels.
1960 kaufte er unseren alten LKW, einen Mercedes DB L311 und holte diesen mit Zita in Mannheim im Werk ab. Dieses Schätzchen hegen und pflegen wir auch heute noch: Zu Eduards 70. Geburtstag wurde der LKW das erste mal runderneuert, seit 2024 steht er wieder frisch restauriert in der ehemaligen Remise & darf regelmäßig für Lieferfahrten vor die Tür.
1968 verstarb auch Vater Ernst und Eduard blieb als alleiniger Brauerei-Erbe zurück.

Mercedes LKW der Vormann Brauerei
Bierdeckel der Vormann Brauerei aus den 1970er Jahren
Alt-Bier, Party-Fässer & Kneipen
Auch Eduard III. blieb am Ball: Als aus dem Rheinland der …

… Alt-Bier-Trend herüberschwappte entwickelte er 1977 unser Alt aus Dahl, das sich seitdem zu unserer Hauptbiersorte entwickelt hat.
Außerdem wurde das Leben wieder bunter und ausgelassener, als die zähen Nachkriegsjahre überstanden waren: Eduard führte Party-Fässchen zum Selberzapfen ein und erwarb einige Kneipen in Hagen und Umgebung. Trotz Ölkrise und wirtschaftlichem Umbruch in den 70ern, konnte sich die Vormann Brauerei dank der damals schon klaren Ausrichtung auf besondere und qualitativ hochwertige Biere halten. Das Durchhaltevermögen sollte sich bezahlt machen, als die Hagener Partyszene Mitte der wilden 80er-Jahre florierte und der Bierkonsum wieder in die Höhe schoss.
Ebenfalls in den 80ern gab es zudem eine absolute Premiere für die Vormann Brauerei: 1989 kehrte Sohn Christian – ja wirklich, Christian, nicht Eduard* – nach seiner Lehre und verschiedenen Zwischenstationen in den elterlichen Betrieb zurück.
*Ja, okay, Eduard den IV. gibt es auch. Der wollte aber, wie auch die jüngere Schwester Dörte, lieber Medizin studieren. 😉

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Das hat sich wohl auch Christian gedacht und den Betrieb gemeinsam …

… mit seiner Frau Anne und seinen Eltern Zita und Eduard einer technologischen General-Überholung unterzogen: ein neuer Fassfüller mit Fassreinigung musste her, genauso ein neuer Drucktankkeller, eine neue Filtration, neue Kühlmaschinen und ein Komplett-Umbau der Flaschen-Füllstraße war auch fällig… Und wenn er hinten fertig war, hat er vorne wieder angefangen, um zu optimieren und in einer Zeit schnellen technologischen Wandels zu am Puls der Zeit zu bleiben.
Zwei weitere große Herzensprojekte wurden 2010 und 2011 umgesetzt. Mit dem Neubau des Sudhauses erhielt die Brauerei ihr heutiges 30 Hektoliter-Sudwerk und auch der Gärkeller wurde auf insgesamt 16 zylindrokonische Gärtanks erweitert, die zusammen 1120 Hektoliter Bier fassen.

Bau des neuen Sudhauses an der Vormann Brauerei
Craftbier & der Zeitgeist
Fast nebenbei hat sich in der 2010er-Jahren durch eine Anfangs kleine …

… Zusammenarbeit ein immergrößeres neues Geschäftsfeld aufgetan: Craftbier! Was erst als nischiger kleiner Trend begann, hat sich mit der Zeit zu einem globalen Phänomen entwickelt. Und auch wenn es kaum einer weiß: wir waren von Anfang an mit dabei! Zwar ist nur ein Bruchteil davon unter Vormann-Logo in den Handel gegangen, trotzdem haben wir in den vergangenen 15 Jahren mit Collaboration Brews und als Lohnbrauerei über 200 verschiedene Biere produziert und in die ganze Welt verschickt!

Inspiriert durch die Craftbier-Einflüsse kam Christian senior auch die Idee zu einer Untermarke: Unter dem Label Zeitgeist – Generation | 5.0 sind bereits einige Sorten vom Band gelaufen und auch künftig ist hier, inzwischen unter der Federführung von Christian junior, von Craftbier bis zu alkoholfreien Spaßgetränken einiges in Planung.

Heute besteht unser Team aus acht Mitarbeitern (und unserem vierbeinigen Gute-Laune-Ehren-Mitarbeiter Kalle).
Genau richtig viele, genau richtig wenige und vor allem: Genau die Richtigen um unsere Dahler Bierspezialitäten für Euch zu brauen.

Wir sind gespannt auf das was kommt & freuen uns über alle, die uns auf unserem weiteren Weg begleiten!